Im Rahmen der Kampagne „JA*/Junge Planer“ besuchte eine Gruppe von rund 20 jungen Planer*innen und AKNW-Mitgliedern am 5. Februar den „Rundgang“, mit dem die Studierenden der Kunstakademie alljährlich aktuelle Arbeiten der Öffentlichkeit präsentieren. Schwerpunkt der Spezialführung natürlich: die Arbeiten der Klasse Baukunst.
„Da der Raum, in dem wir uns gerade befinden, denkmalgeschützt ist, stellt sich uns Studierenden jedes Jahr die Frage: Wie gehen wir damit um? Was und wie präsentieren wir der Öffentlichkeit? Wir haben uns entschieden, keine Modelle oder Skizzen zu zeigen, sondern uns als eine Gemeinschaft präsentieren“, erläuterte Suna Ozankan, Tutorin der Klasse Baukunst, das diesjährige Gemeinschaftswerk der Klasse Baukunst der Gruppe junger Planerinnen und Planer. Im großen, neutral gehaltenen Raum in der ersten Etage der Kunstakademie Düsseldorf sind mehrere identische trapezförmige Objekte aus Karton zu sehen, die gleichmäßig im Raum verteilt sind. Sie erinnern formal an schräge Pulte oder abstrahierte Monitore: oben jeweils eine geneigte, braune Fläche, darunter schwarze technische Elemente. Kabel liegen sichtbar auf dem Boden und verbinden die einzelnen Stationen mit Stromquellen, was den installativen, provisorischen Charakter der Arbeit unterstreicht.
In jedem der etwas geheimnisvoll wirkenden Objekte werden Videosequenzen abgespielt, die Alltagsmotive aus dem Leben von Studierenden zeigen. Die mehrstündigen Aufnahmen waren in der Woche vor dem Rundgang entstanden und zeigen unter anderem die Vorbereitungen auf die große Ausstellung der Studierenden zum Abschluss des Wintersemesters.
Nicht allein die Kunst, sondern auch das Studium an der Kunstakademie, die Studienvoraussetzungen- und Inhalte, wurden in der JA*-Führung diskutiert. „Wir sind gut 25 Master-Studierende, die mit dem Studium hier die Chance erhalten, viel freier als an den anderen Hochschulen zu arbeiten und Theorie mit Materialpraxis zu verbinden“, so Ozankan, die ihr Bachelor-Studium zuvor erfolgreich an der RWTH in Aachen absolviert hatte. Sie unterstrich die „Kammerfähigkeit“ des Master-Abschlusses an der Klasse Baukunst der Kunstakademie, die ihr sehr wichtig sei. „Denn die Möglichkeit, küntftig den Titel ‚Architekt*in‘ tragen zu dürfen, bedeutet den meisten von uns sehr viel.“
Fünf bis zwölf neue Student*innen kommen in der Klasse Baukunst jährlich dazu; es wird ein Verhältnis von zehn Studierenden auf eine Lehrperson angestrebt. Im ersten Studienjahr erfolgt eine engmaschige Betreuung, auch einige Pflichtseminare müssen in diesem Zeitraum belegt werden. In den darauffolgenden zwei Studienjahren arbeitet man dann relativ frei und selbständig, was eine besondere Herausforderung darstellt. „Die Selbstorganisation und Eigenmotivation spielen eine entscheidende Rolle“, erläuterte Suna Ozankan. Dennoch biete das Studium an der Kunstakademie Düsseldorf zahlreiche Vorteile, die deutlich überwiegen: Die überschaubare Klassengröße fördere den intensiven Zusammenhalt, während die künstlerische Freiheit und die handwerkliche Kompetenz durch den freien Zugang zu allen Werkstätten optimal unterstützt werde.
Die Architektenkammer NRW veranstaltet seit einigen Jahren in Kooperation mit der Kunstakademie Düsseldorf die Vortragsreihe „Baukunst-Lectures“, in der dreimal im Jahr erfahrene Architekt*innen und junge Planer*innen aus ihrer Arbeit berichten, Werke präsentieren und ihre Haltungen mit dem Auditorium diskutieren. Einen Bericht über die jüngste Lecture kann hier nachgelesen werden. Der nächste Termin ist für Ende April 2026 vorgesehen.
Alle Termine im Rahmen der Kampagne „JA*/Junge Planer“ finden Sie unter https://www.junior-architekt-in.de/
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